Idee & Konstruktion

Johann Hinrich Wichern

Jeden kennt den Adventskranz, doch wer hatte die Idee dazu?
Ein dunkler Winter im Jahr 1839. Ungeduldig warten die Kinder in einem Hamburger Kinderheim auf das Christkind. Täglich fragen sie: “Wie lange noch?” Ihr Lehrer, Johann Hinrich Wichern, hat eine Idee. Der Gründer des Kinderheims und “Vater” der Diakonie stellt ein großes hölzernes Wagenrad in den Betsaal und schmückt es mit vielen Kerzen: große weiße für die vier Adventssonntage, kleine rote für die übrigen Wochentage. Jeden Morgen ruft er die Kinder zur Andacht. Und während sie singen, wird eine Kerze angezündet. Jeden Tag eine mehr, bis am 24. Dezember der ganze Kranz erstrahlt - Heute leuchten in jedem Jahr vor Weihnachten Millionen von Kerzen.

“Nur der kann sich der Not in ihrer ganzen Breite entgegenstellen, der den Mut hat zur ersten kleinen Tat.”
Johann Hinrich Wichern

2008 startete das Projekt von evangelischer Kirche und Diakonie in Lüneburg. 2008 war das Jahr des 200. Geburtstags von J. H. Wichern.

 
Kerzen des Wichern-Adventskranzes

Zur Konstruktion des Wichern-Adventskranzes:
Der Adventskranz hat einen Durchmesser von 13 Metern. Er schwebt 30 cm über den Zinnen des Lüneburger Wasserturmes und ist mit 8 Ständern innen auf der Plattform befestigt. Das Gewicht des Adventskranzes beträgt 1,5 t. Er besteht aus 4 großen weiß leuchtenden und 20 kleinen rot leuchtenden Kerzen. Stets leuchten der rote Ring des Kranzes und die Kerzen der bisherigen Adventstage. Jeden Tag wird eine Kerze mehr angezündet. Mit der Aktivierung des Kranzes durch eine SMS oder Anruf leuchtet ein extra Ring in goldgelb 15 Sekunden lang auf.

Aufbau des Lichtobjektes:
Der Aufbau startet in der Woche vor dem ersten Advent. Ein 250t.- Kran hebt den gesamten Kranz in 75 Metern Höhe, um ihn auf die Haltevorrichtungen des 56 m hohen Wasserturmes plazieren zu können.

Der Lichtkünstler Wolfgang Graemer (Spotlight-Lichtdesign) ist für die Technik und den Zusammenbau zuständig: "Besonders knifflig war die technische Umsetzung. Windlasten und statische Besonderheiten in rund 60 Metern Höhe mussten berücksichtigt werden."