Kirche & Diakonie, Fotos: Lehmann, Wodicka

Diakoniefahnen bei der Woche der Diakonie

Kirchenkreis Lüneburg

Martin-Luther Kirche

Kalenderblatt vom 22. November 2017

Heute
Mittwoch

Losung

Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich!

Psalm 28,9

Lehrtext

/Jesus spricht:/ Ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird e i n e Herde und e i n Hirte werden.

Johannes 10,16
  • Kirchliche Woche
    Sonntag, 19.11.2017 bis Samstag, 25.11.2017
  • Spruch

     Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben. (Spr 14, 34)

  • Feiertag
    Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres/Volkstrauertag
  • Erklärung

    Die Festlegung des Buß- und Bettags auf den Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, dem Ewigkeitssonntag, auf einen Beschluss der Eisenacher Konferenz von 1852 zurück. Die nord- und mitteldeutschen Landeskirchen schlossen sich dieser Terminregelung 1893 an. In Süddeutschland hingegen setzte sich dieser Termin erst im 20. Jahrhundert durch. In allen deutschen Bundesländern ist der Buß- und Bettag staatsrechtlich geschützt. Als gesetzlicher Feiertag wurde er allerdings zur Finanzierung der Pflegeversicherung (außer in Sachsen) 1995 in allen Bundesländern abgeschafft. Dennoch bleibt er überall kirchlicher Feiertag. In den Predigten dieses Tages wird vor allem der Gedanke der Umkehr vor Gott aufgegriffen. Diese Einladung zur Umkehr = Buße gilt dabei sowohl für den Einzelnen mit seiner Schuld als auch – im Sinne des Wächteramtes der Kirche – für die Gesellschaft mit ihrer Schuld. Da die Kirche aber stets auch Kirche in der Welt ist, ist die Botschaft des Buß- und Bettages freilich auch immer an sie selbst gerichtet. Jede selbstgerechte Überheblichkeit der „Welt“ gegenüber muss deshalb für die Kirche gerade auch an diesem Tag ausgeschlossen bleiben.

    aus: Buchna, J: 1x1 des Kirchenjahres

  • Thema
    Buß - und Bettag

Mt 12, 33-35 (36-37)

33 Nehmt an, ein Baum ist gut, so wird auch seine Frucht gut sein; oder nehmt an, ein Baum ist faul, so wird auch seine Frucht faul sein. Denn an der Frucht erkennt man den Baum.

34 Ihr Otterngezücht, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.

35 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus seinem guten Schatz; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz.

36 Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie reden.

37 Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden. 

Andacht

 Ich stehe mitten im Leben. Die Kinder sind groß und aus dem Haus, die ersten Enkel sind da und machen Freude. Beruflich viele Erfahrungen gesammelt und das Gefühl, einigermaßen Bescheid zu wissen. Alles gut, kein Grund zur Klage. Einerseits.

Aber nachts, wenn ich wach liege, drehen sich die Gedanken manchmal im Kreis. Was ist gut gelaufen und was nicht? - Wo hätte ich anders reagieren, anders handeln können und hab es nicht getan? - Am Tag, der gerade war, in der Woche zuvor. Die Antwort ist klar: Es gibt ein „zu spät“. Dies oder das lässt sich nicht mehr ändern. Und manchmal, nicht oft, kommen die ganz großen Fragen: Welche Wege oder Irrwege bist du gegangen, würdest du es alles noch einmal genauso machen? – Was bleibt von all dem, was hat bestand? – Nun hast du gedacht, du weißt Bescheid und rasselst immer noch in dieselben Probleme, machst dieselben Fehler wieder und wieder und benimmst dich manchmal wie der Teenager, der du schon lang nicht mehr bist. Emotional festgelegt, bevor der Verstand sich einschalten kann. Einer der blödesten Gedanken: Du benimmst dich genau wie deine Eltern, Großeltern – so, wie du NIE werden wolltest. Auf einmal verstehst du sie, stehst vor denselben Fragen und kommst aus der Nummer nicht raus, so sehr du auch möchtest.

Aus der Nummer rauskommen und alles auf Null stellen. Das wär´s. Zumindest nachts, wenn die Gedanken drücken. Ich liege wach und schaue auf die Uhr. Minuten können lang werden. „Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen; mehr als die Wächter auf den Morgen“, heißt es in einem Gebet aus alter Zeit. Das Gefühl kenne ich. Ich warte auf den Morgen, dass es hell wird. Ganz allmählich, so ab fünf, wird es langsam grau draußen. Ein wenig Licht sickert durch die Jalousie. Auf Null stellen, um aus all dem rauszukommen, was nicht mehr wegzuwischen ist.

Der Gedanke bleibt auch im Tageslicht. Wie kann das gehen? – Im Gebet, Psalm 130 heißt es weiter: „Denn bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm. Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden“. Klar ist, ich kann es nicht selber tun. Mich befreien, mich erlösen und mir selbst vergeben. Das muss von außen kommen. Es geht auch nicht automatisch oder wie von selbst. Ich werte die alten Worte als Erfahrung von einem oder vielen, die vor mir waren. Die im Dunkeln lagen, wie ich, mit kreisenden Gedanken. Vielleicht ist immer noch was dran.

Paul Dalby, Pastor

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Violett - Bild von Erich Grün

Violett  - Mischfarbe von Himmel (blau) und Erde (rot) bestimmt die Bußzeiten als Zeiten aktiven Wartens auf eine neue Zeit und eine bessere Welt (Adventszeit, Passionszeit, Buß- und Bettag)

Bild: Sammlung Erich Grün                  (c) Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

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Lied

Aus tiefer Not lasst uns zu Gott (EG 144) und Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (EG 146)